💌 «Züri Briefing» 💌

Mittels Sensoren wird die Luftqualität in Zürich gemessen. Links 1990, rechts 2016. (Bild: Stadt Zürich)

6 smarte Projekte aus Zürich

Was ist eigentlich eine «Smart City» und was bedeutet Internet of Things? Wir zeigen dir 6 Projekte, die Zürich zu einer smarten Stadt machen.
29. Juni 2021

1962 lebten in Zürich 440’180 Menschen. Dies war ein historischer Höchststand, der voraussichtlich schon bald wieder übertroffen wird. Denn momentan wächst die Stadt jährlich um 5’000 bis 8’000 Personen. Zürich verändert sich aber nicht nur in Bezug auf die Bevölkerungszahl. Zürich möchte eine «Smart City» werden und belegt bereits heute international den 3. Rang im «Smart City Index 2020». Eine vernetzte Stadt, in der das Leben in Zukunft effizienter und nachhaltiger gestaltet wird.

Die Stadtverwaltung definiert den Begriff «Smart City» folgendermassen: «Für die Stadt Zürich bedeutet smart, Menschen, Organisationen und Infrastrukturen so zu vernetzen, dass sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Mehrwert geschaffen wird.» In diesem Zusammenhang sollen Daten, Sensoren und Applikationen neue und effiziente Lösungen für alle Zürcher:innen schaffen, Partizipationsmöglichkeiten erhöhen und den Kontakt mit der Verwaltung vereinfachen. Doch bei der Smart City geht es nicht nur um Kommunikation zwischen Menschen mittels Technik, sondern auch um Kommunikation von Geräten untereinander; dies nennt sich dann Internet of Things (oder: Internet der Dinge).

Der Weg zu einer «Smart City» wird noch viele Jahre dauern und wohl nie ganz abgeschlossen sein. Obwohl wir noch ganz am Anfang stehen, macht Zürich schon viel für die Digitalisierung. Zahlreiche Projekte sind schon umgesetzt oder in Planung. Im Dezember 2018 wurde durch den Stadtrat zudem die Strategie «Smart City Zürich» verabschiedet. Wir stellen dir 6 Projekte vor, die aufzeigen, wie vernetzt und smart die Stadt Zürich schon heute ist.

1. Smart Parking

Einen Parkplatz in der Stadt Zürich zu finden, kann zu gewissen Zeiten sehr lange dauern und nervenaufreibend sein. Mit dem «LoRaWAN-Funksystem» werden Anwendungen wie «Smart Parking» ermöglicht. Autofahrer:innen sollen so schnell und ohne Umweg einen freien Parkplatz finden. Dieses System kann in Zukunft auch dazu beitragen, dass es für die Stadt Zürich in Zukunft einfacher und planbarer wird, wie Parkplätze bewirtschaftet werden. Damit dies möglich ist, werden auf dem Boden der Parkfelder Sensoren montiert, die erkennen, ob hier schon ein Auto parkiert ist oder nicht. Weiter werden die Daten über freie Parkplätze an geeigneter Stelle z.B. im Parkleitsystem der Stadt Zürich oder Open Data Zürich bereitgestellt und so per Apps wie ParkenDD angezeigt.

So kommunizieren die Sensoren miteinander
Damit die Daten der Sensoren energieeffizient versendet werden können, wurden drahtlose Datenübertragungstechnologien wie «LoRaWAN», was für Long Range Wide Area Network steht, aufgebaut. Da LoRaWAN für die Datenübertragung sehr wenig Strom benötigt, ist es möglich, Sensoren über eine Zeitdauer von bis zu zehn Jahren und ohne einen einzigen Batteriewechsel zu betreiben. Weiter bietet LoRaWAN eine verschlüsselte Datenübertragung und eine hohe Reichweite. Konkret läuft dies so ab: Der Smart Parking Sensor erkennt eine Parkbelegungsänderung und übermittelt diese über LoRaWAN an den Smart Parking Applikation Server. Hier werden die Daten an verschiedene andere Datenanwendungen gesendet, wo sie dann für alle dazu bestimmten Applikationen zugänglich sind.

2. Züri wie neu

Smart City bedeutet unter anderem, die Vielfalt der Lebensrealitäten in Zürich zu berücksichtigen und so die Lebensqualität aller Zürcher:innen zu verbessern. Ein Projekt, das genau dies zum Ziel hat, ist die Plattform «Züri wie neu». Hier können unkompliziert Schäden an der Infrastruktur von Zürich erfasst werden. Die Meldungen werden so schnell wie möglich an die zuständige Stelle weitergeleitet, und man erfährt teilweise sogar, bis wann der Schaden behoben wird. Einfacher geht es nicht!

3. Intelligente Strassenbeleuchtung

Ein weiteres Ziel einer smarten Stadt ist es, Ressourcen zu schonen und die Umweltqualität zu verbessern, um so das Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen. Momentan verbrauchen wir Zürcher:innen nämlich noch zu viel Energie, um das 2000-Watt-Ziel zu erreichen, von netto-null ganz zu schweigen. Einerseits müssen wir unseren persönlich Verbrauch senken, andererseits kann Energie auch an anderen Orten effizienter genutzt werden. So könnten zum Beispiel auf Strassen intelligente Strassenlaternen installiert werden. Ewz hat solche schon an der Furttalstrasse in Zürich-Affoltern auf einem 950 Meter langen Strassenabschnitt installiert. Hier leuchten die Lampen nur dann, wenn tatsächlich jemand durchfährt. Ähnlich funktioniert die intelligente LED-Beleuchtung an VBZ Haltestellen.

4. Aktuelle Wetterdaten

Das «Internet of Things» ist dafür verantwortlich, dass du schnell und unkompliziert die Daten von Wetterstationen abrufen kannst. Dabei werden durch verschiedene Messgeräte zum Beispiel die Temperatur- und Nierdschlagsdaten gemessen und direkt ins Netz übermittelt. Teilweise sogar in Echtzeit! Diese Daten helfen unter anderem dazu, um frühzeitig eine Hochwassersituation oder einen erhöhten Ozongehalt zu erkennen. Damit der Messkasten auch bei Kälte oder enormer Hitze funktioniert, sind Lüftung und Heizung ebenfalls an das Netzwerk angeschlossen und schalten sich automatisch ab oder an. Damit sinkt beispielsweise der personelle Aufwand für die Instandhaltung der Messstationen.

5. Wo geht Zürich in den Wald?

Grün Stadt Zürich untersucht zusammen mit der ZHAW wie viele Menschen sich in einem Waldgebiet befinden. Dafür werden im Hürstwald an allen Waldeingängen Zählgeräte installiert, um so ein Erholungsmonitoring durchzuführen. Damit kann die Anzahl Besucher:innen mittels Infrarotsensoren evaluiert werden. Aber nicht nur die Waldeingänge, sondern auch gewisse Infrastrukturobjekte werden testweise mit Sensoren ausgestattet. Ziel dieser Zählung ist es, das Naherholungsangebot zu verbessern und das Bereitstellen von Erholungsinfrastruktur, wie zum Beispiel Feuerstellen oder Bänke, besser planen zu können.

Glasfaserqualität von ewz
ewz betreibt in der ganzen Stadt Zürich ein leistungsfähiges Glasfasernetz sowie ein LoRaWAN-Funknetz. Damit machen wir Smart City- und IoT-Anwendungen heute und in Zukunft möglich.

6. ÖV on demand

Was wir nur von ländlichen Regionen gekannt haben, gibt es nun auch in Zürich. In Altstetten und Albisrieden gibt es ein Angebot mit dem Namen «Pikmi». Dies ist ein On-Demand-Angebot, das in den öffentlichen Verkehr integriert ist. Über dein Smartphone und künftig auch über einen Smart City Button kannst du Pikmi-Fahrzeuge bestellen, die dich zum gewünschten Zielort bringen. Wenn eine andere Person einen ähnlichen Fahrtenwunsch hat, wird dies im System zusammengefasst. So kann fortlaufend die beste Linienführung und der effizienteste Fahrzeugeinsatz berechnet werden. Zusammengefasst: Das Ziel von Pikmi ist es, mit möglichst wenig Fahrzeugen möglichst viele Personen an ihr Ziel zu bringen.

Momentan muss noch viel getestet und gelernt werden. Der digitale Wandel wird als Chance für die ganze Stadt gesehen, um die hohe Lebensqualität zu erhalten und weiter auszubauen. So will Zürich eine der führenden Smart Cities dieses Planeten bleiben.


Spaziergang: Internet of Things

Mo, 05.07.2021 19:00 Uhr

Nicht nur die Menschen sind untereinander vernetzt, sondern auch verschiedene Geräte und Sensoren in unserer Stadt: Diese messen die Luftqualität, den Wasserstand oder auch, ob ein Parkplatz frei ist.
Bei diesem Stadtrundgang kriegst du einen einmaligen Einblick in die Welt des Internet of Things, in die Zürcher Smart City Strategie und in die Kommunikation der Sensoren, welche zwar fast unsichtbar, aber für unseren Alltag von grosser Wichtigkeit sind.
Limitierte Plätze. Anmeldung obligatorisch!

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