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6 Ideen, für einen exzessiven Black Friday ganz ohne Shopping

Einer Versuchung entgeht man am besten mit Hilfe einer noch grösseren Versuchung. Nach der Konsumkritik ist vor der Veränderung, deshalb stellen wir euch sechs umwelt-, menschen- und tierfreundliche Exzess-Alternativen vor.
29. November 2019
Redaktorin

Dass der Black Friday ein schwarzer Tag für die Menschheit ist, wird kaum jemand bezweifeln. Schliesslich gibt es heute massenhaft unverschämte Rabatte auf den klimaschädlichen Ausstoss von Kohlenstoffdioxid, auf die Verschmutzung von Meeren und Flüssen, auf die Rodung von Regenwäldern, auf die Verstärkung von sozialer Ungleichheit und auf die Ausbeutung von Menschen und Tieren. Schamgefühle? Nah. Die Werbeindustrie macht sich nicht mal mehr die Mühe uns einen höheren emotionalen Zweck zu verkaufen. Konsumieren, um zu konsumieren ist salonfähig geworden.

Bereits an anderer Stelle haben wir lang und breit untersucht, welche Konsequenzen unser Konsumverhalten hat, warum wir überhaupt konsumieren und wie wir es besser machen könnten. Aber an Tagen wie diesen hilft keine Aufklärung. Heute helfen nur Alternativen. Alternativen, die ähnlich attraktiv sind wie die Angebote, die in diesen Tagen unsere Wahrnehmung fluten. Und Alternativen, die hoffentlich mehr Glückshormone in Gang setzen, als der Fernseher, den uns Telekommunikationsanbieter X beim Kauf von Produkt Y schenken will. In diesem Sinne, auf zu neuen Exzessen:

1. Bring deine Geschmacksnerven an ihre Grenzen

Wie wärs mit einem 8-Gänger? Den gibt’s regional, biologisch und pflanzenbasiert in der Marktküche. Die Do-It-Yourself Variante: Lade 7 Freund*innen ein. Weise allen eine Länderküche zu. Zum Beispiel italienisch, türkisch, libanesisch, thailändisch, vietnamesisch, mexikanisch, indisch und schweizerisch. Jede*r kocht einen Gang. Sie werden nacheinander serviert. Kleine Portionen, nicht vergessen.

2. Tanz auf fünf Hochzeiten gleichzeitig

Im Exil läuft heute HipHop, in der Roten Fabrik Jazz, in der Bar 3000 R’n’B und ein Stock tiefer bester Techno. Alle Details und weitere Hochzeiten findest du hier. Falls dir jedoch mehr nach exzessiv sitzen statt tanzen ist – in der Gessnerallee wird dieses Wochenende der Weltrekord gebrochen und 80h lang Theater gespielt.

3. Go down the Rabbit Hole

Dein Kopf hat mehr zu bieten als du denkst. Wie wäre es mit einem Sprung in die unbekannten Tiefen deines eigenen Geistes? Beim Graben helfen die berühmten Fragebögen von Max Frisch oder Websiten wie Tschek.in. Und wer sich während der ganzen Fragerei auch noch verlieben möchte, darf es mit diesen 36 Fragen tun.

4. Be nice as hell

Mach es dir gemütlich, setz einen Tee auf und schreibe mindestens fünf Personen eine Nachricht, die von Herzen kommt. Sag ihnen, wofür du dankbar bist, was du an ihnen schätzt, warum du sie vermisst. Ja, einfach so. Ganz ohne Geburstag. Dafür mit richtig viel Emotionen.

5. Verbringe eine Nacht mit Erich

Hast du schon mal ein komplettes Buch in nur einer Nacht durchgelesen? Das nenn ich Exzess. Vor allem, wenn es dich in deinen Grundfesten erschüttert. Kaum ein Werk eignet sich besser dafür als Erich Fromms «Haben oder Sein». Auf 176 Seiten führt er dich in leicht bekömmlicher Sprache an deine eigenen Abgründe. Das Schöne: Wir teilen sie alle und bewegen wir uns erst einmal auf sie zu, verinnerlichen wir vielleicht den Unterschied zwischen Konsum – und innerer Freiheit.

6. Wenn nichts mehr hilft, hilft nackte Haut

Wenn dich keiner unserer Vorschläge überzeugt hat, müssen wir uns in unseren letzten Zeilen wohl der «Sex sells» Karte widmen. Zum Glück sind dieses Wochenende wieder Porny Days. Das Programm ist lang und hält intensive audiovisuelle Erlebnisse bereit, die dich hoffentlich vom Kauf eines Fernsehers abhalten werden.

Und wer weiss, vielleicht erinnert dich die drittschönste Sache der Welt daran, wonach wir eigentlich suchen.

Und welche Alternativen hast du Kopf? Sag' es uns in den Kommentaren!

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